Über Musik / About music

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Projekt / Project
Über Musik / About music

Am Tage wirkt er wie eine gigantische, in allen nur erdenklichen, leuchtenden Blautönen grundierte Leinwand über unseren Köpfen. Sie ist Trägermedium für mehr oder weniger viele weiße oder hell bis dunkelgraue Wolken, deren Formationen zumeist wahre Meisterwerke von einzigartiger komplex-kompositorischer, vergänglicher Schönheit ergeben. Je größer und weiter die Dichte des Wolkenteppichs also, desto weißer, grauer respektive dunkler ist die sich zeigende Stimmung im jeweiligen Himmelsbild. Manchmal ist der Himmel auch einfach komplett wolkenlos und schlicht strahlend blau, untermalt von der positiven Wirkung gleißenden Sonnenscheins.
Die visuelle Spannung dieser natürlich entstandenen Bilder wird nicht selten durch künstlich gesetzte Pinselstriche aus Kondensstreifen verstärkt. Sie werden, vom Boden aus betrachtet, vereinzelt von Flugzeugen anfänglich als dünne Linien gezogen, scheinen in den Himmel zu schneiden, ihn zu zerteilen. Sie kreuzen sich, mitunter zu mehreren. Durch Winde verweht werden sie breiter und breiter, dehnen sich aus und verwaschen allmählich. Ihre Geradheit weicht einer zunehmenden Fluffigkeit. Bald wirken auch sie wie Wolken, vereinen sich schließlich mit ihnen. Ein feiner Tanz der chemischen Partikel.

Am Tagesanfang und am Tagesende bei Sonnenauf- und Untergang also sind der blau-weiß-grauen Farbpalette faszinierend leuchtende Rot-, Orange-, Gelb-, Türkis- und Violetttöne beigemischt. Durch die immense Strahlkraft unserer Sonne scheint das Firmament dann nicht selten spektralhaft lichterloh zu brennen.
Nachts weicht jenes Farbenspektakel mitunter einem tiefen Schwarz. Die vormals mono- oder multichrome Grenze zum Universum ist nun verschwunden, der Blick in die Weite des Alls tut sich auf. Dort „draußen“ zu sehen ist nur mehr das Licht unzähliger Sterne und das indirekte Leuchten des Mondes. Sind Wolken unterwegs, werden auch sie von ihm beschienen. Durch diese lunare und nimbische Luminanz bricht der Kontakt zu unserem Mutterstern nie ganz ab. Ist der Himmel jedoch in eine dichte Wolkendecke gehüllt, so verdunkelt der Vorhang die Bühne für eine Pause. Ganz so als steigerte diese Maßnahme des Intendanten Caelorum jedes Mal aufs Neue die Vorfreude auf das dort oben Dargebotene.

Der Gedanke, dass Wolken im Grund nichts anderes sind, als in der Luft schwebende Berge aus Wasser und Staub, ist kurious, ja fast magisch. Letztlich ist es das Licht, welches am Übergang zwischen den Elementen gebrochen wird, und sie so erst sichtbar macht. Welch eine Vorführung bei freiem Eintritt und ohne saisonbedingte Pausen!
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