Über Neurodivergenz / About neurodivergence

P R O J E K T E  /  P R O J E C T S

Über (meine Perspektive auf) Neurodivergenz oder: Hochfrequent-nichtlinear oder auch: Löcher in der Kaffeefiltertüte / About (my perspective on) Neurodivergence or: High-frequency nonlinear or also: Holes in the coffee filter bag

Es ist Februar 2025. Am 29. dieses Monats im vergangenen (Schalt)jahr endete der Vertrag mit meinem letzten Arbeitgeber und ich begann nur vier Tage darauf eine fünfwöchige, psychosomatische Reha in Bad Segeberg. Seit eben dieser befinde ich mich in einem persönlichen Prozess des Résumés und der Neuausrichtung – bzw. auf einer Art Rückkehr zu mir selbst. Der Status meines LinkedIn-Profils lautet daher aktuell auch “März 2024 – Heute: Gesundheit und Wohlbefinden/Berufliche Auszeit”.
Im Mittelpunkt dieses ganzheitlichen Prozesses steht das Phänomen der Neurodivergenz. Der Begriff bezeichnet ein Konzept, welches neurobiologische, also Nervensystem basierte Unterschiede zwischen Menschen als individuell ansieht, respektiert und innerhalb eines Spektrums einordnet.(1) Er steht dem Begriff Neurotypisch gegenüber, welcher wiederum Menschen meint, deren neurobiologische Entwicklung als “normal” betrachtet wird.(2)
Ganz allgemein kann man also sagen, dass neurodivergente Menschen die Welt auf eine etwas andere Weise wahrnehmen, als neurotypische.
(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Neurodiversität
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Neurotypisch

Auch bei mir schien, im Vergleich zu den allermeisten anderen Menschen, die Wahrnehmung über meine fünf Sinne schon immer etwas sensibler und dadurch intensiver zu sein. Für die Stimmung von bzw. zwischen Menschen hatte ich auch schon immer sehr feine Antennen. Und die Art meines Denkens war ebenso immer schon alles, aber bestimmt nicht ausschließlich geradlinig.
Was ich heute so klar formuliere und eindeutig als Stärke begreife, fiel mir in früheren Jahren durchaus schwer zu erkennen, geschweige denn wertzuschätzen. Sensibel zu sein, war für mich als männlich identifizierte Person lange Zeit mit Scham und daher mit einem großen Makel behaftet. Folglich ist Neurodivergenz als Erklärungsmodell für mich auch von enorm großem Wert. Fühle ich mich dadurch doch auf meinem mittlerweile Jahrzehnte andauernden Forschungs- und Erkenntnisweg nun endlich auch auf Basis wissenschaftlicher Fakten absolut bestätigt und bestärkt. Da die individuelle Wahrnehmung in all ihren Facetten letztlich auf die hochkomplexe Wirkweise des menschlichen Nervensystems zurückzuführen ist, kann ich mir mein, lange Zeit mitunter für mich selbst über weite Strecken rätselhaft spezielles Verhalten nun gut und schlüssig erklären – und fühle mich dadurch endlich nicht mehr seltsam. Oder um es mit den Worten der Bestseller-Autorin Verena König zu sagen: “Alles, was du fühlst, ergibt Sinn.”

Meine Erfahrungen und Erkenntnisse möchte ich sehr gerne nutzen, um sie mit anderen zu teilen und so, im besten Fall gemeinschaftlich, etwas Schönes und Heilsames daraus zu entwickeln und in diese Welt zu bringen. Da ich an die wirksame Kraft der positiven Bilder glaube, könnte dabei bspw. die Kunst, in ihren unterschiedlichsten Formen, ein wunder- und nahbarer sowie inspirierender Vermittler sein.
Der folgende Text soll hierfür einen Anfang machen. Ich möchte in ihm – optimalerweise interessant und gut nachvollziehbar – beschreiben bzw. darüber aufklären, wie es ist, die Welt aus (m)einer neurodivergenten Perspektive wahrzunehmen. Es ist eine Premiere für mich als Autor eines solch persönlichen Inhalts, der nun auch öffentlich zugänglich und damit der Möglichkeit von Bewertung ausgesetzt ist. Dementsprechend bin ich schon ein ganz klein wenig nervös. Aber was sollte schon großartig schief gehen? Beginnt nun doch, nach aller langwierigen Detektivarbeit, der zweite, sicherlich eindeutig lebhaftere, weil zunehmend durch zwischenmenschlichen Austausch bestimmte Teil meiner überaus spannenden Reise!


Wie bereits erwähnt, ist das Nervensystem von immens wichtiger und zentraler Bedeutung, um neurodivergente Wahrnehmung zu verstehen. Es ist die Basis aller menschlichen Wahrnehmung. In seinen grundlegenden Funktionen wird unterschieden zwischen dem einerseits somatischen Nervensystem, das die bewusst ablaufenden Körperfunktionen steuert, wie z.B. bewusste Bewegungen; und andererseits dem vegetativen Nervensystem (oder auch autonomen Nervensystem), das die unbewusst ablaufenden Körperfunktionen steuert, wie z.B. den Herzschlag.
https://flexikon.doccheck.com/de/Nervensystem

Sensibel oder auch feinfühlig zu sein für etwas oder für jemanden, gilt in unserem (westlichen) Kulturkreis gemeinhin eher als Schwäche. Dabei meint Sensibilität an sich ja erst einmal generell die Fähigkeit des Menschen, überhaupt nuancierter erfassen zu können. Dies nicht als Stärke zu begreifen, sondern, im Gegenteil, mit Eigenschaften wie “verweichlicht”, “mimosenhaft” oder gar “weibisch” negativ zu labeln bzw. damit sogar zu entwerten, ist aus meiner Perspektive vollkommen absurd! Zu sensibel und damit in den Augen nicht Weniger auch zu weich sein, bezieht sich dabei offensichtlich immer hauptsächlich auf den Grad an Fähigkeit eines Individuums für eine empfindsame(re) Wahrnehmung. Je feiner also jemand fühlt oder spürt, desto negativer wird es demjenigen angelastet. Und dieser jemand ist dann in der Mehrzahl der Fälle höchstwahrscheinlich auch männlich.
Woher kommt dieser Gedanke? Ist unsere psychische “Software” evolutionsbiologisch tatsächlich so programmiert, dass dem Mann nach wie vor die Verteidigung seines Stammes obliegt? Sollte er sich demnach ergo besser bloß nicht durch vermeintlich gefühlsduseligen Kram ablenken lassen, weil er sonst nicht nur den Kampf verlieren würde, sondern auch Gefahr liefe, seine Sippe einzubüßen?
Selbst wenn dem so sein sollte, so glaube ich, dass es auch immer Stammesmitglieder braucht(e), die den Angreifer früher bemerk(t)en als alle anderen mit weniger fein justierten Sinnen. Ihnen kam – und kommt – somit schon seit jeher eine beobachtende, ja warnende und lebensbewahrende, weil -rettende Schlüsselrolle zu. Und würden alle Menschen stets und ständig nur proaktiv angreifen, also niemand zurückhaltend über die Gesamtsituation reflektieren, würde uns als weltgemeinschaftlichem Kollektiv letztlich auch das ausgleichende, diplomatische Gegengewicht abhanden kommen.

Um die Funktionsweise neurodivergenter Wahrnehmung in ihrer ganzen Bandbreite nachvollziehen zu können, ist es meines Erachtens nach elementar, den Oberbegriff “Feinfühligkeit” grundsätzlich in A) Sensibilität und B) Sensitivität zu splitten.
A) Sensibilität meint einen intrapersonellen Vorgang und die sensuelle Perzeption der eigenen Körperlichkeit und deren Empfindsamkeit über die fünf Sinne. B) Sensitivität hingegen ist interpersonell ausgerichtet und bedeutet die Fähigkeit zu einer intuitiven Perzeption auf der zwischenmenschlichen Ebene, also etwa Stimmungen oder Schwingungen instinktiv, unmittelbar und direkt (auf)spüren zu können.
Da die Wahrnehmung neurodivergenter Menschen in aller Regel aber eben auch um einiges fein(sinnig)er ausgerichtet ist, spricht man bei ihnen spezifisch von Hochsensibilität und Hochsensitivität.

Eine Metapher, welche ich als Bilderdenker sehr gern nutze, um meine neurodivergente Wahrnehmung anschaulich zu beschreiben, ist jene der durchlöcherten Kaffeefiltertüte. Der eher perforierte Charakter des Abschirm-Mechanismus meines Nervensystems lässt häufig ganz gerne viele, für manche Situationen offensichtlich weniger essenzielle Informationen durch. Das Priorisieren fällt mir dann mitunter dementsprechend schwer (hier zeigt sich mein ADHS in seiner ganzen, sehr typischen Schönheit!). Wiederum fallen mir durch dieses sympathische kleine Feature Details auf, die ca. 80% der Menschen mit voll funktionstüchtigen, weil löcherfreien Filtern einfach nicht mitbekommen. Nicht selten hat es großes Erstaunen zur Folge, wenn ich meine präzisen Eindrücke mit anderen teile.
Das durch Löcher geprägte Kaffeefiltertüten-Gleichnis führt die Unterschiede innerhalb des Spektrums der menschlichen Perzeption mit einem Augenzwinkern gezielt auf die Grundfunktion des Nervensystem zurück. Es zeigt dadurch keine qualitativen, sondern rein quantitative Unterschiede auf. Die Begriffe Hochsensibel und hochsensitiv werden damit auf für mich angenehme Weise “entschärft”, weil sie so nur noch ein “Mehr-an” und nicht ein “Besser-als” meinen. Selbstverständlich ist eben niemand besser oder schlechter nur aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten – auch nicht durch eine außergewöhnliche Form der Wahrnehmung!

Auch ich nehme, wie gesagt, die Welt sowohl hochsensibel als auch hochsensitiv wahr. Ich höre, sehe, schmecke, rieche und fühle also extrem intensiv; registriere feinste Nuancen sowohl auf physischer Ebene bei mir selbst, als auch auf feinstofflicher Ebene bei und zwischen anderen. Auf visueller Ebene folgt daraus z.B., dass ich ein einmal gesehenes Gesicht immer wieder erkenne (– so gerne ich dieses in dem einen oder anderen Fall eventuell auch vergessen wollen würde!) Ein Online-Test hat sogar ergeben, dass ich mit an große Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Personenkreis der sogenannten “Super Recognizer” gehöre. Ich habe also ganz offiziell eine Art Superpower;) Ich vermute diese “hochaufgelöste” Wahrnehmung in HD bei mir auch auf der auditiven, der gustatorisch-sensorischen sowie der taktilen Sinnesebene.
Darüberhinaus scheint meine Wahrnehmung eine derart enorme Intensität auszuzeichnen, dass meine allerersten Erinnerungen zurückreichen bis in ein Alter, in dem ich offiziell eigentlich hätte noch überhaupt GAR NICHTS realisieren, geschweige denn reflektieren dürfen. Es sind einzelne Situationen, in denen ich als Baby etwas (scheinbar nachhaltig) Beindruckendes gesehen, gefühlt oder geschmeckt habe; Situationen, in denen ich als Kleinkind etwas getan habe, das mir besonders großen Spaß machte. Es waren dabei vor allem Materialien und Farben, die sich quasi in mein Bewusstsein eingebrannt haben und die ich mir bis heute, auf meine innere Leinwand projiziert, zurückholen kann: die angenehm runden Mulden meines roten Lieblingsförmchens bspw., die ich so gerne abtastete; das faszinierend leuchtende Rot der Folie eines Holzfensters aus dem Holzbaukasten, das besonders intensiv leuchtete, wenn ich es gegen das Licht hielt; oder wie toll es war, mit dem einen Knie auf der grünen Ladefläche meines gelben Spielzeug-Kipplasters hockend, “Gas gebend” mit dem anderen Bein über den riesigen Flur im Studentenwohnheim meiner Eltern zu flitzen. Ich erinnere mich an den Geschmack von Badewasser, das ich aus einem Frottee-Waschlappen lutschte oder an den seltsam süßlichen, kalt-britzelnden Effekt eines Schlüssels auf meiner Zunge; und noch an einiges mehr. An Dinge also, die man eben so tut in diesem Alter.
Entsprechend dieser außergewöhnlichen starken Erinnerungen, beschäftigt mich seit etlichen Jahren die grundsätzliche Frage, ob die Fähigkeiten der Hochsensitivität angeboren oder doch “nur” die Folge von Sozialisation und Erziehung, also erlernt sind? Ich habe mich darüber mit vielen Menschen ausgetauscht, mich belesen und über zahllose Podcasts und Videoformate Informationen gesammelt. Ich glaube inzwischen, dass es eine bestimmte hochsensiblen “Nährboden” braucht, auf dem sich die individuelle Wahrnehmung  im Laufe der Zeit entsprechend entwickeln kann, um seine Mitmenschen und die Stimmungen zwischen ihnen entsprechend feinsinnig wahrnehmen zu können. Aber die Prägung durch das nächste familiäre Umfeld tut erwiesenermaßen sein Übriges und ist quasi alles entscheidend. Wir sind letztlich empathische Wesen, die v.a. am Anfang ihres Lebens komplett darauf angewiesen sind, mit den sie aufziehenden Menschen in eine liebevoll-nährende und damit ihr Überleben sichernde Verbindung einzugehen. Auf Basis der von Stephen Porges entwickelten “Polyvagaltheorie” liefern Forschungen zum Thema soziale Bindung bzw. Verbundenheit grundlegende und faszinierende Erkenntnisse. Auf diese im Detail einzugehen, würde allerdings den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Mehr Informationen gibt es bspw. unter: https://polyvagal-akademie.com

Im Spätsommer 2024 lernte ich bei einer Recherche innerhalb meines (natürlich in großen Teilen neurodivergenten;) Netzwerks einen weiteren, für mich bis dahin neuen und eindrucksvoll erhellenden Begriff kennen: Multipotentialite(3). Ich hatte viele Jahre zuvor für mich selbst den Neologismus “hochfrequent-nichlinear” erfunden, um mich in meiner Daseins- und Denkweise für andere Menschen greifbar(er) machen zu können. Dieses zusammengesetzte Wort beschrieb meines Erachtens nach sehr gut, dass ich meinen Geist permanentermaßen auf hochtourige Weise als neugierig aufnehmend erlebe und, dass ich, anders als neurotypische Menschen, vermeintlich weniger geradlinig denke. Das Selbstverständnis der Multipotentialites schien all dies auch sehr gut auszudrücken, war darüber hinaus aber deutlich weniger sperrig und auch noch international verständlich – ein enormer Vorteil für mich als Fan von globaler Netzwerk-Arbeit!
(3) https://puttylike.com/
Passend zur Ruhe- und Rastlosigkeit eines Bilderbuch-Multipotentialites, glichen mein Leben, und damit eng verknüpft auch meine bisherige berufliche Laufbahn, bis zu meiner selbst gewählten Auszeit einer einigermaßen wilden Achterbahnfahrt, garniert mit dem einen oder anderen dreifachen Looping: Jahre der Selbstständigkeit als Grafik- und Produktgestalter wechselten sich ab mit Jahren aus Jobs in festen, teilweise vermeintlich absolut artfremden Projekten und unterschiedlichsten Teams. Dabei versuchte ich immer auch die Balance zu finden zwischen der Arbeit im gestalterischen und der Arbeit im sozialen Bereich. Als Legitimation für Letztere habe ich in Ergänzung zu meinem Traumberuf des Diplom-Designers zwei zusätzliche Abschlüsse absolviert. Erst die Summe aller drei Aus- bzw. Weiterbildungen ergab ein – für mich inzwischen absolut – schlüssiges Gesamtbild meiner beruflichen Identität: Ich bin Designer & Künstler (vice versa) sowie Lern-, Genesungs- & Prozessbegleiter, Dozent und Experte für Neurodivergenz. Erst all diese Bereiche zusammen bilden insgesamt das ab, was ich als interdisziplinär denkender und handelnder Mensch, auf professioneller Ebene künftig gestalterisch-vermittelnd in diese Welt bringen möchte.

Bezüglich meiner Wahrnehmung habe ich, wie bereits angedeutet, speziell während meiner Kindheit und Jugend, vereinzelt sogar als bereits Erwachsener, einiges an (direkter sowie indirekter, mehr oder weniger unbewusster) Entwertung bzw. zahlreiche Versuche des konkreten Infragestellens meiner Gefühls- und Gedankenwelt erfahren müssen. Auch dies trug dazu bei, dass sich Glaubenssätze in mir bildeten und festsetzten, welche die erlernten, negativen Inhalte mantraartig wiederholten und so, über Jahre und Jahrzehnte, manifestierten. Ein tosender, innerer Kritiker wurde schließlich zu meinem Feind. Schon als sehr junger Mensch tauchte ich zeitweise ein in den hoffnungs- und lichtlosen Zustand der Depression. Sie kam seitdem in Wellen zurück; mal mit weniger, mal mit mehr destruktiver Kraft. Kompensationsstrategien stützten mich über einen langen Zeitraum und gaben mir Halt, ließen mich jedoch auch zunehmend einsam fühlen. Erst ein selbst verordneter Mix aus Selbsthilfe- und Therapiegruppen, das aufschlussreiche Selbststudium psychologischer sowie wissenschaftlicher Inhalte, aber auch die im letzten Absatz erwähnten immens wichtigen beruflichen Erfahrungen, haben mich im Laufe der vergangenen 17 Jahre gestärkt.
In dieser überaus prägenden Zeit habe ich viel und hart an meinen zentralen Themen und mir gearbeitet. Der Fokus lag dabei v.a., wie beschrieben, auf den hochkomplexen Themenfeldern Hochsensibilität/Hochsensitivität sowie ADHS, aber auch auf  Familie(nsystem) und (intergenerationale) Trauma(ta). Diesen Umstand auszusparen, auszublenden oder gar zu verstecken, stünde gegen alles, was ich seitdem lernen durfte. Daher benenne ich diese hier konkret. Integration bedeutet für mich, auch unbequeme Wahrheiten der eigenen Biografie zu erkennen, diese anzunehmen, sie als Antrieb gebende Kraft zur Neuausrichtung der persönlichen Innenwelt wertzuschätzen und ihnen so einen besonderen Stellenwert einzuräumen.
Eine berufliche Auszeit, welche, optimal genutzt, final Gesundheit und Wohlbefinden dient bzw. fördert, sollte daher meiner Meinung nach auch einen gut sichtbaren Platz in der eigenen Vita erhalten dürfen. Und das komplett ohne ein latent merkwürdiges Gefühl, sondern mit entsprechender Haltung. Denn wieso sollten immer nur ausschließlich “normal” frequente Menschen mit kerzengeraden Lebensläufen ihre Geschichte erzählen? Der Ansatz der friedlichen Koexistenz, auf der Basis von Würde, Respekt und Toleranz, ermöglicht lebendige Diversität und somit problemlos mindestens beides – oder eben noch viel mehr. <3

By day, it appears as a gigantic canvas stretched above our heads, painted in every conceivable shade of brilliant blue. It serves as a backdrop for a varying number of white or light- to dark-gray clouds, whose formations often result in true masterpieces; sometimes defined by unique compositional complexity, sometimes by simplicity, but always by fleeting beauty. The larger and more extensive the density of the cloud cover, the whiter, grayer, or darker the mood conveyed by the respective sky. Sometimes the sky is completely cloudless and simply a brilliant blue, enhanced by the uplifting glow of the sun.

The visual tension of these naturally formed cloud formations is often heightened by artificially placed brushstrokes of chemtrails. Viewed from the ground, they are initially drawn by individual airplanes, appearing, at first, as thin lines to cut into the sky and divide it. They intersect, sometimes in groups. Blown by the wind, they become wider and wider, expanding and gradually blurring. Their sharpness gives way to a growing softness. Soon they, too, begin to resemble clouds, eventually merging with them  a delicate dance of chemical particles.

At the beginning and end of the day  at sunrise and sunset, that is  the blue, white, and gray color palette is interspersed with fascinatingly vibrant shades of red, orange, yellow, turquoise, and violet. Thanks to the immense radiance of our sun, the sky often seems to blaze spectral-like with fire.

At night, that spectacle of colors sometimes gives way to a deep black. The formerly mono- or multichrome boundary to the universe has now vanished, and the view into the vastness of space opens up. All that can be seen “out there” is the light of countless stars and the indirect glow of the moon. If clouds are passing by, they are also illuminated by it. Thanks to this lunar and nimbic luminosity, contact with our parent star is never completely severed. However, when the sky is shrouded in a thick blanket of clouds, this curtain darkens the stage for an intermission. It is as if this measure by the artistic director caelorum heightens the anticipation of what is presented up there anew each time.

The idea that clouds are, at their core, nothing more than mountains of water and dust floating in the air is curious, even almost magical. Ultimately, it is the light that is refracted at the boundary between the elements, making them visible in the first place. What a spectacle, with free admission and no seasonal breaks!

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